Österreich

Gräf & Stift - 40/45, Baujahr 1914, Kaiserwagen

Von Gräf & Stift bis ÖAF

Von Gräf & Stift bis ÖAF 1600 1200 ÖGHK

Rückblick auf die Sonderausstellung in Familie Fehrs Oldtimer Museum in Wiener Neustadt.

Tradition verpflichtet!

Gemäß diesem Spruch haben wir – Heinz und Lisl Mesicek –  uns als Kuratoren der Ausstellung zusammen mit den Betreibern des Oldtimer Museums Fehr entschlossen, wieder eine Sonderausstel-lung zu organisieren.  Diese widmeten wir von Dezember 2024 bis März 2025 der ältesten Automobilfabrik Österreichs, der Firma Gräf & Stift.

Mit den Fahrzeugen des „Vereins zur Förderung der historischen Fahrzeuge der österreichischen Automobilfabriken“ und Unterstützung durch Obmann Stefan Reitgruber sowie von 8 privaten Leihgebern konnten wir die Firmengeschichte von Gräf & Stift bis ÖAF mit den extrem seltenen Automobilen erzählen. Von den noch etwa 27 existenten Gräf & Stift PKWs durften wir immerhin 10 Fahrzeuge in Wiener Neustadt präsentieren.

Am 2. Dezember 2024 eröffnete Friedrich Fehr gemeinsam mit Rainer Spenger, dem Vize-Bürgermeister von Wiener Neustadt, die Ausstellung mit dem auch schon traditionellen Kuhglockengeläute. Nach der wieder hervorragend organisierten Eröffnungsfeier durch das Team des Museums konnten die vielen geladenen Gäste nach einem ersten Rundgang den Abend mit einem Essen auf Einladung der Familie Fehr gemütlich ausklingen lassen.

Zusammen mit den ausgestellten Fahrzeugen und sehr persönlichen Führungen erzählten wir bei den einzelnen Exponaten die Geschichte dieser ältesten Automobilfabrik Österreichs.

Wie alles begann.

Ferdinand Gräf kam mit seiner Familie aus Schlesien nach Wien. Drei seiner technisch begabten Söhne gründeten eine Fahrrad-Reparaturwerkstatt. Hier bauten sie schon bald eine kleine Voiturette – ausgerüstet mit einem quer eingebauten 3,5 PS starken De Dion Bouton-Motor und quer angeordnetem Antriebsstrang.

Der erste gelenkte Vorderradantrieb der Welt, im Februar 1900 zum Patent angemeldet, wurde in diesem Fahrzeug verbaut, das bis heute erhalten ist! Die Lösung des quer zur Fahrtrichtung eingebauten Antriebsblocks wird auch heute noch im Fahrzeugbau angewendet. Diese technische Pionierleistung ist nur eine der vielen Erfindungen der Brüder Gräf.

Die Voiturette erregte auf der Automobilausstellung 1901 Aufsehen. Wilhelm Stift, ein Weißwarenhändler mit gutem finanziellen Hintergrund, baute zu dieser Zeit bereits einen Kleinwagen mit Namen Celeritas. Er erkannte die Qualität der Arbeiten der Brüder Gräf, beschloss seinen Automobilbau einzustellen und mit den Brüdern Gräf gemeinsam Automobile in seinen Produktionsräumen herzustellen.  1901 war das Gründungsjahr der Firma Wiener Automobilfabrik AG Gräf & Stift.

Arnold Spitz, Vertreter von De Dion Bouton und Carl Benz in der K u. K-Monarchie, warb Otto Hieronimus, der ein Auto von Benz nach Wien lieferte, von Benz ab und  ließ sich von ihm ein eigenes Auto konstruieren. Die fehlende Infrastruktur veranlasste Spitz, die junge Firma Gräf & Stift zum Bau dieses Wagens zu engagieren. Spitz verpflichtete sich, in den Jahren 1902 und 1903 die gesamte Produktion abzunehmen. Arnold Spitz war auch einer der ersten „Altauto Händler“, denn um seine Wagen zu verkaufen, nahm er alte Autos zurück. Vertragliche Ungereimtheiten führten 1904 zur Auflösung der Zusammenarbeit zwischen Gräf & Stift und Spitz. Für Gräf & Stift eine gute Entscheidung, da Spitz sich verkalkuliert hatte, finanziell abstürzte und 1907 Konkurs anmelden musste.

Gräf & Stift hatte mit dem Spitz-Wagenbau so gut verdient, dass man 1904 in der Weinberggasse im 19. Wiener Gemeindebezirk bereits ein Grundstück kaufen und eine Fabrik errichten konnte. Schon ab 1905 baute man mit 70 Mitarbeitern große Limousinen mit eigenen Motoren. Das Kaiserhaus, der Adel und das Großbürgertum waren die Kundschaft. 1913 konnten bereits 300 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Im 1. Weltkrieg musste die Produktion auf Nutzfahrzeuge ausgerichtet werden. Nach dem Krieg lief neben der Fertigung von Bussen und Nutzfahrzeugen auch die Produktion der Mittel- aber auch der Luxusklasse-Pkws wieder an. Die wirtschaftlich angespannte Zeit wirkte sich jedoch negativ auf den Verkauf der großen Limousinen aus und führte zur Einstellung des Pkw-Baus noch vor dem 2. Weltkrieg.

Einstellung des PKW-Bau

Ähnlich war die Situation bei Austro Fiat – ebenfalls Lieferant des Kaiserhauses und ab 1921 in Österreichische Automobilfabrik „ÖAF“ umbenannt. Sie stellte in den 1930er Jahren ebenfalls den Pkw-Bau ein und hatte nur mehr Nutzfahrzeuge im Programm.

Nach dem 2. Weltkrieg war die Situation nicht viel anders. Das Augenmerk war wieder auf Nutzfahrzeuge und dem Autobusbau gerichtet. In den folgenden wirtschaftlich und finanziell turbulenten Zeiten kam es zur Verschmelzung vieler am Automobilsektor tätigen Firmen. 1971 erwarb ÖAF 99% der Aktien von Gräf & Stift und man fusionierte zur ÖAF-Gräf & Stift AG. ÖAF selbst war bereits 1970 von MAN übernommen worden.

1988 wurde das alte Werk in der Weinberggasse abgetragen und das neue Werk in Wien-Liesing von MAN auf den Gräf & Stift Gründen errichtet. ÖAF Gräf & Stift AG war bis 2001 die Firmenbezeichnung. Der Name Gräf & Stift war somit genau 100 Jahre im Firmentitel!

Seit 2001 hat „MAN Sonderfahrzeuge“ als Firmenname Verwendung gefunden.

Bericht von Lisl und Heinz Mesicek

Vielen lieben Dank!!!

Liebe Lisl und lieber Heinz!

Danke für diese einzigartige Ausstellung, die ihr hier zusammengestellt habt und Euren Einsatz für das historische Kraftfahrzeug. Wir wünschen Euch viel Gesundheit und freuen uns schon auf die nächste Ausstellung!

Heinz Clostermeyer

In Memoriam Heinz Clostermeyer.

In Memoriam Heinz Clostermeyer. 900 600 ÖGHK

Heinz Clostermeyer:
Ein Leben für das historische Kraftfahrwesen.

In dieser Ausgabe möchte wir unserem verehrten Gründer, langjährigen Präsidenten und Ehrenpräsidenten Mag. Heinrich „HC“ Clostermeyer gedenken, der am 15. Oktober 2024 nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist.

Unsere lieben und treuen Clubmitglieder Lisl und Heinz Mesicek haben Heinz über viele Jahre begleitet und sich für uns an ihn erinnert.

Heinrich Heinz Clostermeyer, ÖGHK

Mag. Heinrich Clostermeyer
1942 – 2024

Heinrich Heinz Clostermeyer und Club-Kollegen, 1988

Gesellige Oldtimer-Runde, 1988

Zur Person

Heinrich Clostermeyer – für seine Freunde kurz Heinz oder HC – wurde am 19. Oktober 1942 in Wien geboren. Ursprüngliche wollte er ein Studium für theoretische Physik beginnen, entschied sich nach dem plötzlichen Tod seines Vaters jedoch für die Rechtswissenschaften. Er übernahm den elterlichen Süßwarengroßhandelsbetrieb Josef Stoss & Co für 12 Jahre.

Nach der Auflösung des Unternehmens wechselte er in die Politik und wurde Bundesorganisationsreferent des Wirtschaftsbundes. Nach 13 Jahren trat er in die Raiffeisen Versicherung ein (heute UNIQA) und wurde dort Leiter des Fuhrparks mit 140 Kraftfahrzeugen. Hier konnte er seine Leidenschaft und sein großes Wissen über KFZ einbringen und nutzen.

Mit seiner geliebten Frau Hilde hatte er die Kinder Eva, Julia und Heinz. Neben Wien war der Heuberg, auch als Rosalia bekannt, im burgenländischen Forchtenstein sein Zuhause.

Als gerichtlich beeideter Sachverständiger für historische Fahrzeuge hat er sich über ein halbes Jahrhundert wie kaum ein Zweiter unermüdlich für die Erhaltung und die Berechtigung zum Fahren historischer Fahrzeuge eingesetzt.

Neue Heimat ÖGHK

Der Oldtimer war für HC nie ein Statussymbol oder Luxus für Reiche, weshalb er den oft nach Aufmerksamkeit heischenden Clubs aus dem Weg ging.

Seine Leidenschaft bewegte Heinz  dazu, 1976 gemeinsam mit einigen Idealisten die Österreichische Gesellschaft für historisches Kraftfahrwesen zu gründen, der er über 40 Jahre als Präsident vorstand. Der Verein hat sich von Anfang an als einer der ganz wenigen auch der Erhaltung und Grundlagenforschung von Kommunal- und Nutzfahrzeugen gewidmet, um den großen Leistungen der heimischen Fahrzeugindustrie auch auf diesem Gebiet gerecht zu werden.

Als markenunabhängiger Club stand und steht die ÖGHK allen begeisterten Menschen offen, egal ob man ein historisches Fahrzeug besitzt oder nicht. Wirklich entscheidend sind die Freude und Leidenschaft.

HC war begeisterter Historiker der Kraftfahrzeuggeschichte und ein wandelndes Lexikon für Firmengeschichte, Technik und Design der Automobile seit deren Entwicklung. Er hatte die Gabe, Menschen und Verbände um sich zu scharen, auch wenn man nicht immer übereinstimmte. So war er auch Gründer und Präsident der AMV, der Arbeitsgemeinschaft für Motorveteranen.

Preis des Bürgermeisters von Wien 2010, Peter Sailer, Heinz Clostermeyer und Johannes Jarolim

Preis des Bürgermeisters von Wien 2010
Peter Sailer, Heinz Clostermeyer und Johannes Jarolim (Abg. z. NR.)

Béla Barényi Preis 2011, Heinz Clostermeyer mit Preisträger Professor Jürgen Stockmar, Foto © Gerhard Huber, Wien

Béla Barényi Preis 2011
Mit Preisträger Professor Jürgen Stockmar, Foto © Gerhard Huber, Wien

Volle Aufmerksamkeit für die Sache

Auch wenn er selbst darauf bedacht war, nicht immer und überall im Mittelpunkt zu stehen – oft versteckte er sich hinter einer Sonnenbrille – war es ihm ein persönliches Anliegen, Personen öffentlich hervorzuheben und auszuzeichnen, die Besonderes für die Pflege des KFZ-Wesen geleistet haben. So initiierte er gemeinsam mit Kommerzialrat Franz Steinbacher den Béla Barényi Preis und konnte für viele Jahre Unternehmen wie Bosch und ÖAMTC zur Unterstützung gewinnen. Diese Auszeichnung wird seit 2005 vergeben, zuletzt 2024 an Franz Wurz.

Durch markante Veranstaltungen, wie der Löwen Rallye, der Corvinus Classic oder des Exelberg Memorials gelang es Heinz Clostermeyer, das Bewusstsein der Mitglieder und Zuschauer für die Geschichte des KFZ-Wesens zu wecken.

Einzigartige Hilfsbereitschaft

Vielen hat er, ohne etwas zu verlangen, mit seinem Wissen als Sachverständiger geholfen. Sein Lohn, so sagte er, war die erfolgreiche Lösung eines Problems. Mit seiner juristischen Ausbildung war er sehr oft bei rechtlichen Fragen gefordert und erfolgreich.

Auch wußte er sich in politischen Kreisen über Parteigrenzen hingweg, zum Wohle des Clubs, immer gut einzubinden. Fachspezifische Verbände und Ministerien konnte er mit seinem Wissen beraten und positiv für das Hobby beeinflussen.

Vermächtnis und Motivation

Auch nach dem Ende seiner jahrzehntelangen Präsidentschaft blieb er der ÖGHK als Ehrenpräsident und Kassier erhalten. Seine lange, schwere Krankheit zwang ihn aber letztlich, den Club in jüngere Hände zu übergeben.

Das Wissen, die Leidenschaft und das Talent zur Erhaltung historischer Fahrzeuge wird dem Verein fehlen. Die Oldtimerszene hat einen ganz Großen verloren.

Text: Lisl + Heinz Mesicek und Martin Zehentner

Heinz Clostermeyers Lebenswerk motiviert uns als ÖGHK auch weiterhin, Tradition zu bewegen!

 

Heinrich Heinz Clostermeyer, ÖGHK, Löwen Rallye 2012

In liebevoller Erinnerung und großer Dankbarkeit!

Heinz Clostermeyer bei der Löwen Rallye 2012 in Salzburg

38. Heizhaus-Rallye 2025

38. Heizhaus-Rallye 2025 1200 900 ÖGHK
Im Rahmen der Oldtimertage war es am Sonntag den 27.April 2025 wieder soweit.
Die Österreichische Gesellschaft für historisches Kraftfahrwesen der Landesgruppe Niederösterreich Nord veranstaltet gemeinsam mit dem 1. österreichischer Straßenbahn- und Eisenbahnklub, besser bekannt als „Das Heizhaus Eisenbahnmuseum Strasshof“ im Rahmen der Oldtimertage 2025 erstmals die Heizhausrallye als Sternfahrt.
Es war ein Treffen historischer Automobile, Motorräder und klassischer Fahrzeuge, ein gemütlicher Frühlingstag mit Gleichgesinnten und Freunden historischer Bahnen und Kraftfahrzeugen.
Unser Dank gilt unseren Besuchern und dem 1.ÖSEK für die Möglichkeit und das Entgegenkommen seit Jahrzehnten immer am letzten Sonntag im April mit den Oldtimern Gast zu sein. – Auf ein Wiedersehen im April 2026.

Wir trauern um Karl Bayer

Wir trauern um Karl Bayer 1200 900 ÖGHK

Die ÖGHK trauert um ein treues Mitglied unseres Clubs.

Karl Bayer

Regelsbrunn, Niederösterreich
* 30.08.1944 † 28.04.2025

Wir wünschen den Angehörigen viel Kraft in dieser schwierigen Zeit!

Besuch bei „Von Gräf & Stift bis ÖAF“

Besuch bei „Von Gräf & Stift bis ÖAF“ 1600 900 ÖGHK

Von GRÄF & STIFT bis ÖAF: Besuch der Sonderausstellung in Familie Fehrs Oldtimermuseum

Insgesamt 15 verschiedene Fahrzeuge welche vor und nach dem 1. Weltkrieg produziert wurden, stehen im Rampenlicht.

Dies ist der Verdienst der Kuratoren Lisl und Heinz Mesicek, denen es gelungen ist, acht Fahrzeuge aus Privatbesitz ins Oldtimermuseum nach Wiener Neustadt zu lotsen. Unterstützt wurde dieses Anliegen vom „Verein zur Förderung der historischen Fahrzeuge der Österreichischen Automobilfabriken“ unter Obmann Stefan Reitgruber, der sieben Automobile zur Verfügung stellte.

Ein herzliches Dankeschön an Lisl und Heinz, die uns mit ihrer launigen Doppelconférence hochinteressante Informationen zum Unternehmen Wiener Automobilfabrik AG Gräf & Stift und den ausgestellten Fahrzeugen nähergebracht haben.

Vor dem Verzehr von Schmankerln im Route 66 wurden Lisl und Heinz ein kleines Präsent als Dankeschön übergeben.

ACHTUNG!

Die Sonderausstellung ist noch bis 30.03.2025 Täglich von 11.00 – 19.00 Uhr geöffnet. Weiterführende Informationen unter:

https://www.fehrsclassiccars.at

Béla Barényi Preis 2024 an Franz Wurz

Béla Barényi Preis 2024 an Franz Wurz 754 503 ÖGHK

Am 8. November 2024, wurde vor rund 300 geladenen Persönlichkeiten aus der nationalen und internationalen Oldtimerszene im Oldtimermuseum KOLLER am Heldenberg in Kleinwetzdorf, der Béla Barényi-Preis an Franz Wurz verliehen. Der Abend wurde moderiert von Autor und Schauspieler Rudi Roubinek („Wir sind Kaiser“), die Laudatio hielt Richard Stolz.

Franz Wurz zählt zu den ganz Großen im österreichischen Motorsport. Neben zahlreichen Österreichischen Meisterschaften im Autocross wurde er 3 Europameister im Rallycross. In den 1990ern betreute Franz Wurz die Rennsportkarriere seines Sohnes Alexander Wurz bis zu dessen Einstieg in die Formel 1.

Béla Barényi Preis

Der Preis wird seit 2005 jährlich an Persönlichkeiten vergeben, die sich im Besonderen um den Motorsport und die historische Kraftfahrt verdient gemacht haben.

Béla Barényi (1907 – 1997)selbst war ein legendärer Autokonstrukteur und Pionier der passiven Sicherheit im Automobilbau. Auf seine Entwürfe geht der Volkswagen Typ 1 („Käfer“) zurück, eine Anerkennung für die er lange kämpfen musste.

Preisträger waren unter anderem Ernst Fiala (Automobil-Konstrukteur, VW Golf), Heinz Prüller (Motorjournalist), Hans Herrmann (Le Mans-Sieger 1970), Arturo Merzario (Formel-1 Fahrer) und Dieter Quester (Rennfahrer), um nur einige zu nennen.

Der Preis geht auf die Initiative der Arbeitsgemeinschaft für Motorveteranen und der ÖGHK zurück.

https://www.amv.team

Fotos von Werner Burian (werner.burian@aon.at)

Heinz Clostermeyer

Wir trauern um Heinz Clostermeyer

Wir trauern um Heinz Clostermeyer 900 600 ÖGHK

Die ÖGHK gibt in tiefer Trauer bekannt, dass ihr Ehrenpräsident Mag. Heinrich „Heinz“ Clostermeyer nur wenige Tage vor seinem 82. Geburtstag und nur einen Monat nach seiner geliebten Frau Hilde am 15. Oktober 2024 nach langer schwerer Krankheit verstorben ist.

Er war Jurist und gerichtlich beeideter Sachverständiger für historische Fahrzeuge und hat sich wie kaum ein Zweiter unermüdlich für die Erhaltung und die Berechtigung zum Fahren historischer Fahrzeuge eingesetzt. Diese Leidenschaft bewegte Heinz 1976 dazu, gemeinsam mit einigen Mitstreitern die ÖGHK zu gründen, der er über 40 Jahre als Präsident vorstehen durfte. Ebenso war er Gründer und Präsident der AMV, der Arbeitsgemeinschaft für Motorveteranen.

Wir werden dem Leben und den Leistungen von Heinz in unserer nächsten Ausgabe unserer Motor Veteranen Zeitung Platz widmen.

Unsere Gedanken sind bei Heinz und seiner Familie!

Heinz Clostermeyer

Béla Barényi Preis 2023 an Dieter Quester

Béla Barényi Preis 2023 an Dieter Quester 1200 800 ÖGHK

Kleinwetzdorf-Heldenberg am Freitag, dem 19. Jänner 2024: Der Béla Barényi Preis 2023 musste aus organischen Gründen auf das Jahr 2024 verschoben werden. Der Heurige Preis wurde auf geschichtsträchtigen Boden verliehen. Es bot sich für die Festveranstaltung das „Oldtimermuseum KOLLER am Heldenberg“. Der Beginn war für 19:00 Uhr angesetzt, für die geladenen Gäste gab es die Möglichkeit ab 17:00 Uhr das Oldtimermuseum zu besuchen.

Der Moderator Rudi Roubinek führte durch die Festveranstaltung. Die Laudatio über den Preisträger Dieter Quester hielt der Motorsportfunktionär sowie ehemaliger Automobilrennfahrer Hans-Joachim Stuck. Nach den Eröffnungsreden durch einen Vertreter der Landesregierung und dem Bürgermeister von Kleinwetzdorf, wurde in Abwesenheit an dem Ehrenpräsident der ÖGHK, AMV Begründer Mag. Heinz Clostermeyer eine Ehrenurkunde für besondere Verdienste zur Erhaltung der historischen Kraftfahrzeuge verliehen.

Über den Preisträger

Dietrich Erwin „Dieter“ Quester geboren am 30. Mai 1939 in Wien, ist ein ehemaliger österreichische Motorboot-, Motorrad- und Automobilrennfahrer. 1957 begann er mit Motorbootrennen, wo er 1962 Europameister in der 500 cm³ Außenborder- Rennbootklasse wurde. Die Jahre von 1963 bis 1965 waren im Motorradrennsport auf Norton, NSU und BMW weniger erfolgreich. Der Wechsel zum Automobilrennsport 1965 brachte ihm die Erfolge.

13. STEYR Treffen Schloss Hernstein

13. STEYR Treffen Schloss Hernstein 480 360 ÖGHK

Nach der üblichen 2-jährigen Pause hat wieder ein Steyr – Treffen und zwar dieses Mal im Osten Österreichs, im Raum Berndorf stattgefunden.

Das Steyr-Register unter der Führung von Johann Eisl und Gattin Christine sowie Dr. Markus Sommer samt Familie, als „Lokalmatador“, haben die Planung und Organisation des 3-tägigen Treffens vom 23. bis 25. Juni 2023 übernommen. Diese Veranstaltung führt nicht nur die Steyr-Familie alle 2 Jahre zusammen, es ist auch immer wieder besonders berührend und erfreulich, liebe, alte Bekannte und Freunde zu treffen.

Mit der Einladung und der Teilnahme der Sektion Austro Daimler konnte die Verbundenheit der ehemaligen Automobile produzierenden österreichischen Firmen Steyr und Austro Daimler durch unser Treffen erweitert werden. Wie wichtig dieses gesellschaftliche Ereignis ist, zeigte die große Zahl an Teilnehmern. Erfreulich war, daß auch wieder viele ÖGHKMitglieder an dem Treffen teilgenommen haben. Das Steyr Register Treffen war die größte Veranstaltung von Zwischenkriegsfahrzeugen bis 1940 in Österreich in diesem Jahr.

Ein weiterer Inhalt unserer Treffen ist es, eine Region unseres Landes mit seinen landschaftlichen Schönheiten und kulturellen Merkmalen den Teilnehmern näher zu bringen. Vorweggenommen sei, daß sämtliche Fahrzeuge – alle zwischen 90 und 100 Jahre alt – die anspruchsvolle, landschaftlich wunderbar ausgesuchte Fahrtstrecke bravourös und ausfallsfrei gemeistert haben.

Die Familien Eisl und Sommer wählten für diese Ausfahrt das landschaftlich wunderschöne Gebiet rund um Berndorf, sowie zur Besichtigung historisch interessante Orte. Treffpunkt und Ausgangsort des Steyr-Treffens war das Hotel Schloss Hernstein mit modernem Gästehaus-Anbau.

Bei der Anreise am 23. Juni. hatte der Wettergott noch Erbarmen mit uns; es war sonnig und schön. Schon am Nachmittag – wir hatten eine Führung im Stadt-Theater Berndorf – wurde es regnerisch und kühl. Unter den Arkaden des Theaters konnten wir uns mit einer pikanten Jause stärken, ohne dem Regen ausgesetzt zu sein.

Berndorf ist verbunden mit dem Namen der Unternehmerfamilie Krupp. Mitglieder der Familie Krupp prägten in vielen Jahrzehnten das Stadtbild. Ihr soziales und unternehmerisches Engagement verhalfen Berndorf zum Aufstieg zur Stadt und den dort erzeugten Metallprodukten, wie z.B. Bestecken, zu Weltruhm. An dieser Stelle muß Reinhard Muschik großer Dank für seine interessanten Ausführungen über die Stadt und ihr Werden, ausgesprochen werden. Es war ein Vergnügen ihm zuhören zu dürfen.

Der Abend des Freitags war wie üblich dem Wiedersehen der Teilnehmer gewidmet. Samstag, der vorausgesagte Wettersturz traf uns in voller Härte, war der „Erlebnistag“. Nach ca. 31 km Fahrt durch den südlichen Wiener Wald, ein landschaftlich sehr abwechslungsreiches Gebiet, erreichten wir das Stift Heiligenkreuz.

Ausnahmsweise durften wir mit unseren Steyr Fahrzeugen in dem sonst gesperrten Innenhof des Stiftes Aufstellung nehmen, wo unsere Fahrzeuge von einem Zisterzienser Pater gesegnet wurden. Anschließend erfolgte eine Führung, beginnend mit dem Kreuzgang des Stiftes, als Zentrum des klösterlichen Lebens. Wir danken den beiden Patres / Brüdern für Ihre hervorragenden Erläuterungen des historischen Bauwerkes, des klösterlichen Lebens, der Spiritualität, aber auch des weltlichen Alltags. Ein Besuch der Stiftskirche war der beeindruckende Abschluß der Besichtigung.

Im Gasthof „Apfelbauer“ in Miesenbach fand das Mittag statt und es blieb auch Zeit zum Plaudern. Von Miesenbach ging es über Grünbach/Schneeberg und St. Egyden, mit Durchquerung der großen Schwarzföhrenwälder des Steinfeldes, nach Schwarzau, weiter nach Lanzenkirchen, Neudörfl und Lichtenwörth zur „Nadelburg“.

Die „Nadelburg“ ist eine Mariatheresianische Industriegründung und gilt als Wiege der Industrialisierung in Österreich. Der Name „Nadelburg“ leitet sich aus der Produktion von anfangs
hauptsächlich Metall-Nadeln aller Art ab.

Die Nadelburg, war einst von einer Mauer umgeben und konnte nur durch 3 große Tore betreten werden. Die Umfriedung des Industriegebietes war der Glaubensdifferenz zwischen Katholiken und Protestanten geschuldet. Maria Theresia wollte ein Zusammentreffen der protestantischen Arbeiter aus Nürnberg und der katholischen Bevölkerung verhindern.

Die Nadelburg – bis 1930 war das Metall verarbeitende Werk in Betrieb – ist die einzig noch erhaltene Anlage dieser Art in Europa und steht seit Ende des 20. Jahrhunderts unter Denkmalschutz. Engagierte Menschen konnten der Gier nach Baufläche Einhalt gebieten und die Demolierung der noch vorhandenen Bauwerke verhindern.

Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffee und Kuchen erfolgte die Führung in zwei Gruppen, bei der uns Geschichte und Besonderheiten dieses Industrie-Reliktes nähergebracht wurden. Auch hier einem großen Danke an die beiden Herren für die interessante Führung.

Den Abschluß des Samstages und damit auch unseres Steyr-Treffens bildete ein festlicher Abend mit einem reichhaltigen Buffet im Restaurant des Hotel Schloss Hernstein. Der Sonntag war dem Ausklang des Treffens und der Heimfahrt gewidmet. Für die gelungene Planung und Organisation, das hervorragende Roadbook sowie für den reibungslosen Ablauf dieser Veranstaltung möchten wir uns im Namen aller Teilnehmer bei den Familien Johann Eisl und Dr. Markus Sommer, sowie deren Teams, sehr herzlich bedanken.

Text + Bilder: Lisl + Heinz Mesicek

Dopplerhütten-Bergpreis 2023 im Wienerwald

Dopplerhütten-Bergpreis 2023 im Wienerwald 480 360 ÖGHK

Das seit vielen Jahren im Dornröschenschlaf liegende Ausflugsziel, die Dopplerhütte im Wienerwald wird wiederbelebt. Viktor Vadura setzte mit der Wiederaufnahme der Dopplerhütten-Bergwertung sowohl für die Szene der historischen Fahrzeuge als auch für die Dopplerhütte ein kräftiges Lebenszeichen.

Der neue Besitzer der Dopplerhütte, die Familie Varendorff, unterstützte diese Veranstaltung, um auf die im kommenden Jahr offizielle Eröffnung und damit auf die Möglichkeit von Veranstaltungen in der Dopplerhütte aufmerksam zu machen. Die bergige Wienerwald Landschaft am Abbruch zum Tullner Becken ist nicht nur wunderschön, sie bietet auch ein Terrain mit Bergstraßen, wie man sie nur in westlichen Bundesländern vermuten würde.

Sonntag, dem 14.Mai 2023 war es soweit; Ing. Viktor Vadura mit Familie sowie einem sehr engagierten Team aus Mitgliedern des Aero Car Club Austria, dem Oldtimer Club Neulengbach und dem Oldtimer-und Sportwagen Club Tullnerfeld veranstalten den Dopplerhütten Bergpreis 2023 dessen Ehrenschutz vom Bürgermeister von Königstetten, Ing. Roland NAGL, übernommen wurde.

Sinn der Veranstaltung war die Bergstrecke mit Start in Königstetten und Ziel bei der Dopplerhütte, in zwei Durchgängen in gleicher Zeit zu bewältigen. Die Schnittgeschwindigkeit von 50 km/h durfte auf der Wertungsstrecke nicht überschritten werden, es galt die StvO. Trotz leider regnerischem Wetter am heurigen Muttertag, fanden sich die aus 4 baujahrmäßig getrennt zusammengestellten Fahrzeug-Gruppen mit insgesamt mehr als 50 Teilnehmer-Fahrzeugen in Königstetten am Parkplatz der Fa. Billa ein. Besonders erfreulich war, daß die Mitglieder der ÖGHK die größte Gruppe der startenden Clubs gebildet haben.

Um 10.00 Uhr erfolgte der Start zum ersten Durchgang. Die Zeitnehmung beim Ziel, der Dopplerhütte, erfolgte fliegend, damit konnten die Teilnehmer in einem Zug, mit kurzer Rast und Labung im Parkbad Königstetten, zurück zum Start fahren.

Ab 12.00 Uhr erfolgte der zweite Start. Nach der zweiten Zeitnehmung bei der Dopplerhütte ging die Weiterfahrt über den Tulbingerkogel, Katzelsdorf und Wilfersdorf nach Ollern. Hier ging im Gasthaus „Der wilde Wirt“ mit der Abschlußveranstaltung und einem vorzüglichen Buffet die Veranstaltung zu Ende.

Eine schön gestaltete Email-Plakette, aus der Produktion der Firma von Ing. Vadura, erhielt jeder Teilnehmer als Erinnerung an den „Dopplerhütten Bergpreis 2023“. Anstelle der sonst üblichen Pokale für die Preisträger der ersten 3 Plätze jeder Klasse wurden Emailtafeln in Startnummernformat mit der jeweiligen Platzierung an die erfolgreichen Fahrer vergeben.

Erfreulich, daß die Veranstaltung reibungslos verlaufen ist. Dies ist einerseits dem disziplinierten Verhalten der Teilnehmer und andererseits der wunderbaren Organisation von Ing. Viktor Vadura mit seinem Team zu verdanken!

Text und Bilder: Lisl + Heinz Mesicek

© 2026 ÖGHK   Impressum   Datenschutz