Nach der üblichen 2-jährigen Pause hat wieder ein Steyr – Treffen und zwar dieses Mal im Osten Österreichs, im Raum Berndorf stattgefunden.
Das Steyr-Register unter der Führung von Johann Eisl und Gattin Christine sowie Dr. Markus Sommer samt Familie, als „Lokalmatador“, haben die Planung und Organisation des 3-tägigen Treffens vom 23. bis 25. Juni 2023 übernommen. Diese Veranstaltung führt nicht nur die Steyr-Familie alle 2 Jahre zusammen, es ist auch immer wieder besonders berührend und erfreulich, liebe, alte Bekannte und Freunde zu treffen.
Mit der Einladung und der Teilnahme der Sektion Austro Daimler konnte die Verbundenheit der ehemaligen Automobile produzierenden österreichischen Firmen Steyr und Austro Daimler durch unser Treffen erweitert werden. Wie wichtig dieses gesellschaftliche Ereignis ist, zeigte die große Zahl an Teilnehmern. Erfreulich war, daß auch wieder viele ÖGHKMitglieder an dem Treffen teilgenommen haben. Das Steyr Register Treffen war die größte Veranstaltung von Zwischenkriegsfahrzeugen bis 1940 in Österreich in diesem Jahr.
Ein weiterer Inhalt unserer Treffen ist es, eine Region unseres Landes mit seinen landschaftlichen Schönheiten und kulturellen Merkmalen den Teilnehmern näher zu bringen. Vorweggenommen sei, daß sämtliche Fahrzeuge – alle zwischen 90 und 100 Jahre alt – die anspruchsvolle, landschaftlich wunderbar ausgesuchte Fahrtstrecke bravourös und ausfallsfrei gemeistert haben.
Die Familien Eisl und Sommer wählten für diese Ausfahrt das landschaftlich wunderschöne Gebiet rund um Berndorf, sowie zur Besichtigung historisch interessante Orte. Treffpunkt und Ausgangsort des Steyr-Treffens war das Hotel Schloss Hernstein mit modernem Gästehaus-Anbau.
Bei der Anreise am 23. Juni. hatte der Wettergott noch Erbarmen mit uns; es war sonnig und schön. Schon am Nachmittag – wir hatten eine Führung im Stadt-Theater Berndorf – wurde es regnerisch und kühl. Unter den Arkaden des Theaters konnten wir uns mit einer pikanten Jause stärken, ohne dem Regen ausgesetzt zu sein.
Berndorf ist verbunden mit dem Namen der Unternehmerfamilie Krupp. Mitglieder der Familie Krupp prägten in vielen Jahrzehnten das Stadtbild. Ihr soziales und unternehmerisches Engagement verhalfen Berndorf zum Aufstieg zur Stadt und den dort erzeugten Metallprodukten, wie z.B. Bestecken, zu Weltruhm. An dieser Stelle muß Reinhard Muschik großer Dank für seine interessanten Ausführungen über die Stadt und ihr Werden, ausgesprochen werden. Es war ein Vergnügen ihm zuhören zu dürfen.
Der Abend des Freitags war wie üblich dem Wiedersehen der Teilnehmer gewidmet. Samstag, der vorausgesagte Wettersturz traf uns in voller Härte, war der „Erlebnistag“. Nach ca. 31 km Fahrt durch den südlichen Wiener Wald, ein landschaftlich sehr abwechslungsreiches Gebiet, erreichten wir das Stift Heiligenkreuz.
Ausnahmsweise durften wir mit unseren Steyr Fahrzeugen in dem sonst gesperrten Innenhof des Stiftes Aufstellung nehmen, wo unsere Fahrzeuge von einem Zisterzienser Pater gesegnet wurden. Anschließend erfolgte eine Führung, beginnend mit dem Kreuzgang des Stiftes, als Zentrum des klösterlichen Lebens. Wir danken den beiden Patres / Brüdern für Ihre hervorragenden Erläuterungen des historischen Bauwerkes, des klösterlichen Lebens, der Spiritualität, aber auch des weltlichen Alltags. Ein Besuch der Stiftskirche war der beeindruckende Abschluß der Besichtigung.
Im Gasthof „Apfelbauer“ in Miesenbach fand das Mittag statt und es blieb auch Zeit zum Plaudern. Von Miesenbach ging es über Grünbach/Schneeberg und St. Egyden, mit Durchquerung der großen Schwarzföhrenwälder des Steinfeldes, nach Schwarzau, weiter nach Lanzenkirchen, Neudörfl und Lichtenwörth zur „Nadelburg“.
Die „Nadelburg“ ist eine Mariatheresianische Industriegründung und gilt als Wiege der Industrialisierung in Österreich. Der Name „Nadelburg“ leitet sich aus der Produktion von anfangs
hauptsächlich Metall-Nadeln aller Art ab.
Die Nadelburg, war einst von einer Mauer umgeben und konnte nur durch 3 große Tore betreten werden. Die Umfriedung des Industriegebietes war der Glaubensdifferenz zwischen Katholiken und Protestanten geschuldet. Maria Theresia wollte ein Zusammentreffen der protestantischen Arbeiter aus Nürnberg und der katholischen Bevölkerung verhindern.
Die Nadelburg – bis 1930 war das Metall verarbeitende Werk in Betrieb – ist die einzig noch erhaltene Anlage dieser Art in Europa und steht seit Ende des 20. Jahrhunderts unter Denkmalschutz. Engagierte Menschen konnten der Gier nach Baufläche Einhalt gebieten und die Demolierung der noch vorhandenen Bauwerke verhindern.
Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffee und Kuchen erfolgte die Führung in zwei Gruppen, bei der uns Geschichte und Besonderheiten dieses Industrie-Reliktes nähergebracht wurden. Auch hier einem großen Danke an die beiden Herren für die interessante Führung.
Den Abschluß des Samstages und damit auch unseres Steyr-Treffens bildete ein festlicher Abend mit einem reichhaltigen Buffet im Restaurant des Hotel Schloss Hernstein. Der Sonntag war dem Ausklang des Treffens und der Heimfahrt gewidmet. Für die gelungene Planung und Organisation, das hervorragende Roadbook sowie für den reibungslosen Ablauf dieser Veranstaltung möchten wir uns im Namen aller Teilnehmer bei den Familien Johann Eisl und Dr. Markus Sommer, sowie deren Teams, sehr herzlich bedanken.
Text + Bilder: Lisl + Heinz Mesicek













































































































































